Freitag, 22. September 2017

Herzgesundheit beim Labrador Retriever

Fehlbildung der Trikuspidalkappe beim Labrador Retriever 

Sophie Lemcke berichtet uns über die schwerwiegende Herzerkrankung "Trikuspidaldysplasie", an der übrigens nicht nur der Labrodor Retriever erkranken kann. Auch andere Hunderassen sind betroffen: Boxer, Deutscher Schäferhund, Englische Bulldogge, Golden Retriever sowie Deutsche Doggen, Weimeraner, Irish Setter und Bobtails.

Hunde, die an dieser Erkrankung leiden, können kein normales Leben führen. Je früher diese Erkrankung erkannt wird, desto höher sind die Chancen, dass beeinträchtigende Symptome erkannt, die Lebensdauer und auch die Lebensqualität gesteigert werden.

Die Trikuspidalklappe ist die Herzklappe zwischen rechtem Vorhof und rechter Kammer. Die Trikuspidalklappendysplasie ist eine, wahrscheinlich erblich bedingte, Missbildung dieser Klappe. Diese Missbildung geht meist mit einer Herzschwäche einher, da der Blutfluss im Herzen gestört ist. Was das bedeutet, ist sicher jedem klar. Das Herz arbeitet nicht richtig. Die Folge: Die Versorgung des Körpers mit Sauerstoff ist stark beeinträchtigt und auch die rechte Herzhälfte vergrößert sich immer mehr, da sich das Blut in der rechten Herzhälfte zurückstaut.

Mit ihrer Initiative "Herzgesundheit beim Labrador Retriever"  klären Sophie Lemcke und Silvia Baumann über diese Krankheit auf. Auf Ihrer Homepage https://www.heartdogs.info/ berichten sie sehr ausführlich und informativ über diese schwerwiegende Erkrankung. Und sie berichten auch darüber, wie sie die Erkrankung mit ihren Hunden er- bzw. durchlebt haben.

Sophie hat uns das Zusammenleben mit ihrem Labrador Retriever, Schröder, beschrieben.
Vielen Dank Sophie für deinen Bericht. 

Hier der Bericht von Sophie:  

"Ich glaube, es war im Frühjahr 2007 als der Wunsch in mir aufkam, mein Leben wieder mit einer Fellnase zu teilen. Ich hatte zwar einen Kater, aber der lebte bei meinen Eltern und es wäre nicht fair gewesen, ihn aus seinem gewohnten Umfeld zu holen, nur, weil ich in einer anderen Stadt studierte. Der Gedanke, einen tierischen Begleiter zu haben, den man fast überall mit hinnehmen könnte, gefiel mir sehr und so war die Entscheidung für einen Hund recht schnell gefallen. Finanziell war es für mich zu dieser Zeit allerdings noch nicht machbar und so nutzte ich die Zeit, um mich ausführlich zu informieren. Anfang 2011 wurde es dann ernst. Ich wusste, ich wollte einen Labrador Retriever, schwarz oder braun, mit einem gutmütigen Wesen und im besten Fall natürlich gesund und munter. Ich hatte viel gelesen über die bekannten Probleme und worauf beim Welpenkauf zu achten sei. Einen Hund aus dem Tierheim traute ich mir damals nicht zu  daher war klar, dass nur ein VDH-Züchter in Frage käme. Ich wusste, worauf ich Wert legte: eine kleine Zucht mit liebevollem familiären Anschluss und einen ehrlichen Züchter, der alle Fragen offen beantworten und mir alle gesundheitlichen Nachweise zeigen würde. Genau so jemanden fand ich in Alina. Die Sympathie war auf beiden Seiten sofort spürbar und ihr Umgang mit ihren damals 2 Hunden hinterließ einen überaus positiven Eindruck bei mir. Das beruhte wohl auf Gegenseitigkeit, denn bereits wenige Tage nach dem ersten Treffen versprach Alina mir einen Rüden aus dem geplanten Wurf.
Mein kleiner süßer Schröder wurde am 08.07.2011 zusammen mit 9 Geschwistern geboren. Alle Welpen waren wohl auf und so waren auch die ersten Untersuchungen sowie die Wurfabnahme ohne Befund. Alles schien in Ordnung. Schröder war zwar schon immer etwas kleiner und langsamer als alle seine Geschwister, aber das muss ja nicht unbedingt was heißen.

Als Ende Januar 2012 ein hartnäckiger Welpenzahn gezogen werden sollte, wurde Schröders Herz im Zuge der geplanten OP noch einmal genau abgehört. Die anwesende Kardiologin sagte den OP-Termin jedoch sofort ab und gab uns aufgrund von Herzgeräuschen eine Überweisung zum Ultraschall sowie EKG und Röntgen. Am 01.02.2012 wurde daraufhin die niederschmetternde Diagnose gestellt: hochgradige Trikuspidalklappendysplasie. Und das, obwohl er zuvor immer als unauffällig untersucht wurde und auch (bis auf seine etwas mangelhaften Sprinter-Qualitäten) äußerlich keinerlei Anzeichen machte.

Was mich neben der eigentlichen Diagnose noch irritierte, war die Aussage der Kardiologin. ‚Ihr Labradore immer mit euren Herzen’ bekam ich zu hören. Beim ersten Mal dachte ich noch nicht weiter darüber nach – die Diagnose an sich reichte mir. Aber auch Schröders zweite Kardiologin begrüßte uns mit ähnlichen Worten. Als dann auch noch der Hund von Silvia die gleiche Diagnose erhielt und auch ihr Kardiologe darüber nicht sonderlich überrascht war, wurden wir langsam stutzig. Wir fingen an, zu recherchieren. Wieso ist die Trikuspidalklappendysplasie beim Labrador Retriever für viele Tierkardiologen – vor allem die Kardiologen des Collegium Cardiologicum e.V.  – keine neue Information, für die deutschen Zuchtverbände DRC e.V. und LCD e.V. und deren Züchter jedoch ein scheinbar völlig unbekanntes Thema? Auch Silvia hatte sich umfassend informiert, bevor sie Nevio zu sich holte und auch sie war dabei nicht über das Thema Herzerkrankungen gestolpert. Über die üblichen Verdächtigen wie HD und ED konnte man etliche Informationen finden, zum Herz gab es nichts. Und auch der LCD e.V. sowie der DRC e.V. konnten uns weder weiterhelfen, noch vermittelten sie uns den Eindruck, dass ein Interesse an dieser Thematik besteht. Meine Züchterin bemühte sich so gut sie konnte, Schröder und mich zu unterstützen und ist bis heute immer für uns da. Seitens der Vereine fühlten Silvia und ich uns mit unseren Fragen sowie unserer Angst und Trauer jedoch völlig allein gelassen und ignoriert.

An der Erkrankung unserer geliebten Hunde konnten wir nichts mehr ändern. Aber wir konnten unsere Sorgen in Taten umwandeln und so vielleicht anderen betroffenen Hunden und ihren Besitzern ein Stück weit helfen und Unterstützung bieten. Und so gründeten wir im Mai 2013 die Initiative zur ‚Trikuspidaldyplasie beim Labrador Retriever’ – ein Informationsportal rund um diese lebensbedrohliche Herzkrankheit. Die letzten fast 4,5 Jahre waren sehr interessant und teilweise auch nervenaufreibend. Wir erhielten viel Zuspruch von ebenfalls Betroffenen und vom Collegium Cardiologicum e.V. für unsere Arbeit. Welpenkäufer bedanken sich für die zusammengetragenen Informationen und stellen Fragen. Sowohl Anja Geretschläger von FERAGEN als später auch Dr. Distl von der TiHo Hannover bekundeten uns ihr Interesse an der Thematik und stellten mit uns zusammen ein Forschungsprojekt zur Trikuspidaldysplasie auf die Beine. Sowohl Labradorbesitzer und solche, die es werden wollen, als auch einige Züchter sahen genau wie wir bereits damals die Notwendigkeit, die Herzgesundheit bei dieser Rasse genau zu beobachten. Erfreulicherweise gab es bereits damals schon Züchter, die freiwillig – zum Teil auch mit ganzen Würfen – eine vorsorgliche Herzschalluntersuchung durchführen ließen.
Aber wir ernteten auch Missgunst und böse Worte. Vor allem von Züchtern, die sich durch die Informationen, die wir recherchiert und gesammelt hatten, scheinbar angeklagt fühlten.
Nichtsdestotrotz haben und werden wir uns weiter uneigennützig engagieren und unseren Idealismus bewahren. Unsere Aktivitäten hatten wir für den Labrador Retriever gestartet – für den Erhalt einer gesunden Rasse, zur Information für künftige Welpenkäufer und Menschen, die sich für den Labrador Retriever interessieren. Und so machen wir weiter.

Da uns in den letzten Jahren immer wieder und zuletzt gehäuft auch Anfragen von Hundehaltern erreichten, deren Labrador Retriever an anderen Herzerkrankungen als der Trikuspidaldysplasie leiden/litten und wir leider feststellen mussten, dass über Herzkrankheiten beim Labrador Retriever allgemein eher spärlich informiert wird, haben wir Mitte letzten Jahres beschlossen, einen Schritt weiter zu gehen:
  
Aus der Initiative zur 'Trikuspidalklappendysplasie beim Labrador Retriever' wurde die Initiative zur 'Herzgesundheit beim Labrador Retriever'.

Nach Beratschlagung mit Dr. Kresken vom Collegium Cardiologicum e.V. haben wir unser Repertoire (vorerst) um den PDA, die DCM, die Pulmonal- und Aortenstenose sowie den Perikarderguss erweitert. Selbstverständlich stehen wir aber Jedem mit Rat und Tat zur Seite, der mit einem herzkranken Labrador Retriever zusammenlebt. Über unsere Emailadresse (mail@herzhunde.info) sind wir jederzeit für Fragen oder zum bloßen Erfahrungsaustausch erreichbar.

Unser geliebter Herzhund Nevio hat den Kampf gegen die Trikuspidalklappendysplasie im Frühjahr letzten Jahres im Alter von gerade einmal 4 Jahren leider verloren. Er hinterlässt eine schmerzliche Lücke und wird uns immer fehlen.
Unser Herzkasper Schröder ist ihm am 25.04.2017 im Alter von nicht einmal sechs Jahren über die Regenbogenbrücke gefolgt.
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Sophie Lemcke
Initiative Herzgesundheit beim Labrador Retriever

www.heartdogs.info / www.herzhunde.info" 

Samstag, 5. November 2016

Buchtipps

Hier stelle ich Bücher vor, die lesenswert sind. 

Tierkommunikation

„Gespräche mit Tieren“ – Penelope Smith
Praxisbuch Tierkommunikation

Wir alle haben die Fähigkeit, telepathisch zu kommunizieren. Es ist uns angeboren. Penelope Smith vermittelt leicht nachvollziehbare Methoden der telepathischen Kommunikation, die unser Verhältnis zu Tieren sehr verändern und unser Leben zutiefst bereichern.
Es sind keine Zaubertricks und auch kein Humbug. Wir alle sind in der Lage, Verhaltensmuster von Tiere zu verstehen, Vorlieben oder Abneigungen zu erkennen, Schmerzen zu lokalisieren, Gefühle zu erspüren und vieles mehr.

Vor allem ändert es unsere Einstellung zu Tiere und auch der Natur. Wir sehen die Welt mit anderen Augen. 


Ich sehe die Welt wie ein frohes Tier“ – Temple Grandin
Eine Autistin entdeckt die Sprache der Tiere

Temple Grandin kann die Welt so sehen, wie es Tiere tun. Sie ist eine der wenigen Autisten, die in der Lage sind, sich in Tiere hineinfühlen zu können und die Umwelt ähnlich wie sie wahrzunehmen. „Tiere sind uns ähnlich“, sagt sie, „viel mehr, als wir bislang dachten“. In ihrem Buch beschreibt sie, wie sie mit ihrem Wissen Tieren helfen kann und Menschen den Umgang mit ihnen erleichtert.
Sie gehört zu den wenigen Autisten, der es gelang, sich die Sprache zunutze zu machen, um ihre Welt der Farben, Bilder und Filme anderen zugänglich zu machen. Sie gilt heute als eine der bedeutendsten Tierpsychologinnen. Sie kann das Verhalten, die Begabungen und Ängste von Tieren verstehen und so den Umgang mit ihnen verbessern helfen. Immer wieder merkt sie, wie sehr ihre eigenen Wahrnehmungen denjenigen von Tieren ähnelt. In Ihrem Bewusstsein und ihrem Gedächtnis sind nur Bilder, die sie für die Außenwelt übersetzt. Und sie kann Gefühle von Tieren in unsere Sprache übersetzen.
Temple Grandin ist Professorin für Tierwissenschaften. 


Tod und Trauer

„Es ist doch nur ein Hund“ – Claudia Pilatus/Gisela Reinecke

Wenn ein Tier stirbt, empfinden viel Menschen tiefe Trauer über den Verlust. Die Gefühle sind hin und her gerissen zwischen „Nie wieder einen Hund“ bis hin zu „Ich kann mit niemandem sprechen“
Das Buch ist kein Trostbuch. Nichts und niemand kann trösten, wenn wir Abschied nehmen müssen. Der Verlust eines Tieres ist für viele Betroffene oft so schwer wie der Verlust eines nahestehenden Menschen.
Das Buch kann helfen, sich auf den Verlust vorzubereiten und, wenn der schlimmste Schmerz verklungen ist, neuen Mut zu schöpfen und wieder lernen, froh zu sein.

Mittwoch, 2. November 2016

Gefährlich für Tiere - Birkenzucker / Xylit (Xylitol)

Für Tiere, insbesondere Hunde, kann die Aufnahme von Xylit-haltigen Produkten tödlich enden. Durch den Verzehr von Xylit kommt es zur Ausschüttung körpereigenen Insulins mit nachfolgender lebensbedrohlicher Unterzuckerung (Hypoglycämie). Bereits 0,1 g/Kilogramm Körpergewicht kann zu einer Unterzuckerung führen, Mengen ab 0,5 g/Kilogramm Körpergewicht zu einem akuten Leberversagen (Quelle: http://www.vetpharm.uzh.ch/clinitox/). Eine schwere und unbehandelte Hypoglycämie kann vor allem für Hunde tödlich enden. Bei schnellem Handeln sind jedoch die Überlebenschancen gut.

Eine Vergiftung mit Xylit kann sich u. a. durch Apathie, Bewusstseinsstörung, Zittern, Schwäche, Erbrechen, Krämpfe und Verlust der Koordinationsfähigkeit zeigen. Krankheitszeichen können sich innerhalb von 30 Minuten mit Erbrechen, 30 Minuten bis 48 Stunden mit Blutzuckerabfall und Leberversagen innerhalb 72  Stunden zeigen (Quelle: clinitox).

Schnelles Handeln ist also das A und O. Leider ist der Xylitgehalt in den Produkten (z.B. Kaugummi) nicht immer feststellbar. Im Verdachtsfall sollte auf jeden Fall ein Tierarzt aufgesucht und eine Blutzuckerbestimmung durchgeführt werden. Sollte sich der Verdacht bestätigten wird dem Tier umgehend Zucker zugeführt, bis sich der Blutzuckerspiegel wieder normalisiert hat.

Was ist Xylit? Xylit ist ein Zuckerersatz, auch E967 bezeichnet. Hauptsächlich findet man diesen Zuckeraustauschstoff in kalorienreduzierten oder zuckerfreien Lebensmitteln wie Marmelade, Süßwaren, Kaugummi, Ketchup, Speiseeis, Desserts, Trinkschokolade, Nuss-Nougat-Creme oder auch in Backwaren.
Xylit ist als natürlicher Zuckeralkohol auch Bestandteil vieler Gemüsesorten und Früchte. In geringsten, nicht toxischen Mengen findet man Xylit z.B. in Blumenkohl, Pflaumen, Himbeeren oder Erdbeeren.
Der Name Birkenzucker ist irreführend, denn er wird nicht, wie der Name vermuten lässt, aus Birkenholz gewonnen, sondern auf chemischem Wege aus Holzzucker oder Reststoffen wie Maiskolbenresten, Stroh, Getreidekleie oder Zuckerrohr-Bagasse (faserige Überreste aus Zuckerrohr und Hirsen) hergestellt.

Viele Hundehalter haben Hunde, die hier und da mal was essbares klauen. Wir alle sollten darauf achten, dass wir Lebensmittel die Xylit enthalten nicht offen liegen lassen. Vor allem Kinder sollten dahingehend sensibilisiert werden, dass sie nichts an die Hunde verfüttern. Kaugummi ist für Kinder hier ganz besonders verführerisch……

Wer war schon mal in einer solchen Situation? Wie reagieren Tierärzte auf eine solche Vergiftung? Ist es weitläufig bekannt, dass bei einer Vergiftung mit Xylit schnell gehandelt werden muss? Schreibt eure Erfahrungen auf, damit viele Menschen darüber informiert werden und vielleicht der ein oder andere Hund erst gar nicht in eine solche Situation kommt. 


Mittwoch, 12. Oktober 2016

Ist das Leben lebenswert?

Maxi, das hübsche Dackelmädel ist mit ihrem Frauchen Anna unterwegs zur täglichen Hunderunde. Es ist tolles Wetter, die Sonne scheint. Maxi rennt umher, riecht hier, riecht dort. Sie sind auf dem Weg zum See, dort wollen sie Maxi’s Hundekumpel Anton treffen. Am See angekommen ist die Freude groß, Anton ist schon da. Und schon geht es los. Anton und Maxi flitzen umher, toben und rennen was das Zeug hält. Doch plötzlich….. ein Schreien, das durch Mark und Bein geht. Maxi ist zusammengebrochen, kann sich nicht bewegen, hat starke Schmerzen. Maxi’s Frauchen ist vollkommen durcheinander ….was ist los, was ist denn passiert, was tue ich jetzt? Ich muss zum Tierarzt! Anna läuft mit Maxi zum Auto und fährt mit quietschenden Reifen los. Beim Tierarzt angekommen wird Maxi untersucht, es wird der Verdacht geäußert, dass sie einen Bandscheibenvorfall hat. Um sicher zu gehen müssen verschiedene Untersuchungen durchgeführt werden. Maxi wird in Narkose gelegt, Blut wird abgenommen und es wird eine Computertomographie durchgeführt. Der Verdacht bestätigt sich, Maxi hat einen Bandscheibenvorfall. Der Tierarzt rät zur sofortigen Operation, das sei die einzige Chance, dass Maxi wieder laufen kann. Anna, noch immer ganz durcheinander, stimmt der Op zu. Nach gefühlten 10 Stunden Wartezeit teilt der Tierarzt Anna mit, dass die Op gut verlaufen ist, Maxi aber ein paar Tage zur Überwachung in der Klinik bleiben muss. Man muss schauen, ob das Gefühl in den Beinen zurück kommt, ob sich Reflexe auslösen lassen, ob Maxi ihre Geschäfte verrichten kann. Anna fragt täglich nach, wie es Maxi geht, besuchen darf sie Maxi nicht, denn das ist laut Tierarzt nicht gut für Maxi. Da frage ich mich, warum ist das nicht gut für Maxi? Würde es nicht den Heilungsprozess fördern, wenn sie Menschen um sich hätte, die sie kennt, denen sie vertraut? Na ja, auf keinen Fall darf Anna Maxi sehen. 7 Tage später sagt der Tierarzt zu Anna, dass Maxi ihr Geschäft immer noch nicht alleine verrichten kann und es wahrscheinlich ist, dass sie dies auch nie mehr selbst tun kann. Für Maxi sei das nicht lebenswert und rät zur Einschläferung. Anna ist wie vor den Kopf gestoßen. Sie soll Maxi einschläfern lassen, bloß weil sie nicht allein pieseln und kacken kann? Anna nimmt Maxi mit nach Hause.....

Das wurde mir heute von einer Kundin berichtet. Es ist nicht das erste Mal, dass ich so etwas höre. Ein Hund soll eingeschläfert werden, weil er nicht mehr selbstständig pieseln und kacken kann. Ich glaub ich hör nicht richtig! Hätte der Tierarzt gesagt, dass Maxi trotz Schmerzmittelgabe massivste Schmerzen hat und sie leidet, hätte ich es ja vielleicht noch verstehen können. Aber nach einer Woche nicht alleine pieseln und kacken? Nein, da hört es bei mir auf. Nach welchen Kriterien wird denn hier entschieden, was für ein Tier lebenswert ist und was nicht? Und wenn Inkontinenz ein Kriterium zum Einschläfern ist, warum lebt dann Oma eigentlich noch? Sie trägt Windeln, weil sie ihren Urin nicht mehr halten kann. Ja klar, jetzt  kommt dann gleich „das ist doch was ganz anderes, Oma ist ja ein Mensch und kein Tier“. Hallo? Nein, es ist nichts anderes! Auch ein Tier hat Gefühle, Emotionen, empfindet Schmerz, Freude und Trauer.
Der Tierarzt sieht nur eine Momentaufnahme von Eurem Tier, er sieht nur medizinische Werte und Symptome. Er sieht nicht, wie sich Euer Tier zu Hause verhält. Klar, ist nach einer Erkrankung und Operation alles anders als sonst. Das ist doch bei uns Menschen auch so. Habe ich einen Bandscheibenvorfall werde ich durch Physiotherapie und gezieltes Training wieder fit. Habe ich Probleme mit der Blase stehen mir Hilfsmittel wie Windeln und Bettauflagen zur Verfügung, Verliere ich ein Bein bekomme ich eine Prothese. Ich könnte noch viele Beispiele aufführen.
Der Fortschritt ist auch in der Tiermedizin, den therapeutischen Möglichkeiten und Hilfsmitteln für Tiere nicht stehen geblieben. Angefangen mit gezielter Physiotherapie, über Laser- und Ultraschalltherapie bis hin zur modernen Wundbehandlung ist heute vieles möglich. Nur leider geben viele Tierärzte dies nicht an ihre Kunden weiter. Da stellt sich mir schon wieder die Frage nach dem warum?

Lasst euch nicht vorschnell zur Einschläferung drängen, nehmt Euch Zeit, macht euch selbst schlau durch Internet und Co. Informiert Euch über therapeutische Möglichkeiten. Es gibt so vieles, was man tun kann. Denn auch ein Tier braucht Zeit zur Rehabilitation. Und das Leben ist trotzdem lebenswert für Euer Tier.

In diesem Sinne

Alle Jahre wieder - Silvesterangst bei Hunden

Jedes Jahr immer wieder das Gleiche: Millionen Euro werden in den Himmel geschossen. Dabei regen sich so viele Menschen darüber auf, dass sie immer weniger Geld im Geldbeutel haben. Und trotzdem….. Geld zum in die Luft schießen ist genug da. Ja, ich weiß, nicht bei jedem. Ich möchte auch nicht alle über einen Hut kehren.

Worauf ich eigentlich hinaus will ist: Je lauter es knallt, desto besser ist es. Dabei denken die meisten Menschen nicht an die Tiere, nicht an die Wildtiere, nicht an die Tiere die im Offenstall stehen, nicht an die Tiere, die vielleicht noch auf den Weiden stehen, nicht an die Katzen, die verängstigt sind, die vielleicht wild und panisch umher rennen. Und auch nicht an die Hunde die diese Knallerei, die Lichtblitze und den Gestank nicht einordnen können. Meist werden die ersten Böller schon Tage vorher abgeschossen und niemand macht sich Gedanken darüber, dass manche Hunde schon ab dann kaum mehr essen, nicht zum Pieseln nach draußen wollen und sich in der hintersten Ecke unter dem Bett verkriechen und nicht dazu zu bewegen sind, da jemals wieder raus zu kommen.

Es gibt immer noch Tierärzte, die Acepromazin verordnen. Acepromacin ist ein Neuroleptikum/Sedativum und wird unter den Handelsnamen Vetranquil, Sedalin, Calmivet und Prequillan vertrieben.
Nach Gabe dieses Mittels sind die Hunde äußerlich vollkommen ruhig, sie liegen auf ihrer Decke oder in ihrem Körbchen und alles scheint in Ordnung. Doch dies ist ein Trugschluss. Die Hunde sind nicht mehr in der Lage, eine körperliche Reaktion zu zeigen. Der Geist ist aber voll da. Das heißt, das Geräuschempfinden ist nicht ausgeschaltet, die Angst weiterhin vorhanden. Was das bedeutet, ist klar: Die Hunde MÜSSEN diese Knallerei, die ungewöhnlichen Lichtblitze und den Gestank über sich ergehen lassen, sie können sich nicht an den Ort verkriechen, der ihnen am sichersten erscheint, sie können nicht Zuflucht bei ihrem Menschen suchen, bei dem sie wissen, dass sie sicher sind. Sie können nicht flüchten,  denn … sie können sich nicht bewegen. Sie sind mit ihrer Angst in ihrem Körper gefangen. Und wir Menschen glauben, dass alles in bester Ordnung ist. Man sieht es nur nicht.

Dabei gibt es einiges, wie man seinen Hund unterstützen kann. Sicher muss man erst mal heraus finden, was am besten ist. Das mussten wir auch.
Zum Beispiel kann der Einsatz von Bachblüten sehr hilfreich sein. Ich meine mit Bachblüten nicht einfach nur Rescue-Tropfen. Ich meine damit speziell auf den Hund und seine Angst abgestimmte Bachblüten. Dazu sollte man seinen Hund und sein Verhalten genau beschreiben können. Ein verantwortungsvoller Tierheilpraktiker wird bei der Auswahl aus den 38 Bachblüten behilflich sein.

Auch ein Thunder-Shirt kann helfen, die Silvesterangst (oder auch andere Stresssituationen) zu lindern. Ein enganliegendes Shirt, was einen beruhigenden Effekt auf den Hund erzielt.
Den gleichen Effekt kann man erreichen mit einem Körperband aus der Tellington TTouch-Arbeit. In einer einfach anzulegenden Wickelart wird das Körperband um den Körper des Hundes gelegt. Auch hier kann eine beruhigende Wirkung erreicht werden.

Die Anwendung von Duftölen kann helfen, die Panik zu lindern. Ebenso das Abspielen beruhigender Musik, wie indianische Musik, Musik mit Wassergeplätscher oder auch Töne von Klangschalen.

Die Möglichkeiten sind vielfältig. In Zeiten des Internets hat heute fast jeder die Möglichkeit, sich zu informieren und entsprechende Hilfe zu finden.


Bei uns hat die Kombination von Duftölen (Ylang Ylang und Sandelholz), indianischer Musik und dem Körperband ein wahres Wunder bewirkt. Im letzten Jahr konnte unsere Hündin das erste Mal seit Jahren einfach nur in ihrer Box liegen bleiben, ohne panisch von einem Versteck zum anderen zu rennen.

Mittwoch, 2. Dezember 2015

Tellington TTouch

Tellington Touch ist eine besondere Art der Körperarbeit, dem TTouch®, der Tier und Mensch zu Entspannung und mehr Köperbewusstheit verhilft. Die Tellington TTouch Methode basiert auf gegenseitigem Respekt und Zusammenarbeit und dient auf einzigartige Weise der nonverbalen Kommunikation zwischen Mensch und Tier.

TTouch wird unter anderem eingesetzt um

- Verhalten positiv zu beeinflussen
- Stress zu reduzieren
- die Beziehung zu vertiefen und die Kommunikation zwischen Mensch und Tier herzustellen

Die TTouch® Methode besteht aus drei Hauptkomponenten:

- der achtsam durchgeführten Körperarbeit
- der Arbeit mit Hilfsmitteln
- der Bodenarbeit

Sterbebegleitung

Gedanken zum Prozess des Sterbens

Geboren werden und Sterben sind große Ereignisse in unserem Leben, an den wir reifen und wachsen können. Die Begleitung eines sterbenden Tiers (oder auch Menschen) ist etwas besonderes in unserem Leben. Es ist ein sich Einlassen auf eine neue Erfahrung, ein Erleben von Abschied, Sterben und Trauer.